Leseprobe Nachbarn Ausgabe 14
Andreas Pecht: Buddeln am Rhein-Mosel-Eck

- Deutsches Eck ©Andreas Pecht
Als am 23. April Eröffnungsbilder von der Bundesgartenschau 2009 in Schwerin durch alle Nachrichten flirrten, stockte manchem Koblenzer der Atem. Er war beeindruckend, der Blick über schwimmende Gärten hin zum prächtigen Schweriner Schloss. Für einen Moment kamen Zweifel auf, ob aus all den Baustellen,die Koblenz derzeit überziehen, je etwas Vergleichbares erwachsen kann.
Das Selbstbewusstsein kehrte rasch zurück:
Die Bundesgartenschau (BUGA) 2011 in Koblenz würde mit ihrem Angelpunkt am legendären Zusammenfluss von Rhein und Mosel, dem Deutschen Eck, auf ganz eigene Art richtig etwas her machen. Vor dem Kurfürstlichen Schloss zu Koblenz häuft sich Aushub zum hässlichen Gebirge. Daneben klafft ein riesiges Loch, in dem als bald alle Tage ein paar hundert Autos unterkommen sollen.
Drunten Tiefgarage, drüber repräsentative Gartenanlage. Durch letztere werden - sollten sich die Hoffnungen der Planer erfüllen - von April bis Oktober 2011 via Schlosspassage zwei bis drei Millionen Besucher die erste Bundesgartenschau auf rheinland-pfälzischem Territorium betreten. Das im späten 18. Jahrhundert als Residenz des letzten Trierer Erzbischofs und Kurfürsten im Stile des französischen Frühklassizismus erbaute Schloss macht äußerlich einen guten Eindruck. Drinnen indes gibt es kaum Interessantes, da reihen sich bloß Amtsstuben diverser Bundesbehörden aneinander. Der historischeKomplex verläuft parallel zum Rhein, von Strom getrennt nur durch eine Parkanlageund die Uferpromenade. Und eben die bilden dann das erste von insgesamt drei Arealen, auf die sich die BUGA Koblenzerstrecken wird: linksrheinisch das Schloss als Entree zum Ausstellungsteil Rheinufer,eineinhalb Kilometer stromabwärts unmittelbar hinter dem Deutschen Eck der Teil Blumenhof/Moselufer; rechtsrheinisch auf der Höhe schließlich Festung Ehrenbreitstein nebst Vorgelände......
Andreas Pecht




