Leseprobe Wissen Ausgabe 13
Kurt Bohr: Wegmarken der Kulturpolitik

Das Saarland - wir wissen es - strotzt nichtgerade vor Finanzkraft. Die chronischknappen Haushaltsmittel sollten deswegenso eingesetzt werden, dass das Kulturlebennachhaltig bereichert wird, unserLand ein möglichst unverwechselbares undausdruckstarkes Profil erhält und zugleichdie Folgekosten beherrschbar bleiben. Machenwir die Probe aufs Exempel.Die geplante Erweiterung der ModernenGalerie des Saarlandmuseums haben dieverantwortlichen Entscheidungsträgermit den besten Absichten auf den Weggebracht. Funktionale Anforderungen(funktionstüchtige Werkstätten, mehrRaum für die grafische Sammlung und diePräsentation der Sammlungen aktuellerKunst, ein großzügiger Museumsshop)verlangen neue Lösungen. Soweit so gut.Aber braucht man dazu nahezu eine Verdoppelungdes bisher in der ModernenGalerie verfügbaren Raumvolumens?Das ganze Verfahren war von Anfang verkorkst.Ein Masterplan wurde niemalsöffentlich diskutiert. Warum wurde einweitgehend funktionstüchtiges Gebäudewie die Schillerschule nicht einbezogenin die Planung? Ein erheblicher Teil derNeubauplanung hätte sich dadurch erübrigt.Das eingesparte Geld hätte mander zwingend gebotenen Sanierung derHochschule für Musik zukommen lassenund diese in situ sanieren, ausbauen underweitern können, nicht zuletzt auch mitdem hervorragenden Nebeneffekt, einenarchitektonisch wenig überzeugendenGebäudekomplex zu reparieren und ästhetischaufzuwerten............
Kurt Bohr






